„Mama, ich mach jetzt aber lieber den Hund, und Du?“

Mein Lieblingsmädchen und ich beim Yoga

Jeden Tag versuche ich, Yoga in meinen Tagesablauf zu integrieren. Meist ist meine Yogazeit entweder der Morgen, wenn mein Mann bereits auf dem Weg zur Arbeit ist und mein Lieblingsmädchen schon in der Schule sitzt. Vor meinem Job – ich kann glücklicherweise kommen und gehen, wie ich mag – freue ich mich dann ganz besonders, dass ich noch einmal Kraft und Ruhe tanken kann für den Tag.

Hin und wieder kommt es aber vor, dass ich es morgens nicht auf die Yogamatte schaffe. Die Gründe sind vielfältig: Ich habe verschlafen … Ich muss noch meine Haare waschen und fönen … Wir bekommen nachmittags Besuch und ich muss aufräumen… Ich habe mich in den Untiefen des Internets oder in einem Buch verzettelt … Ich finde nichts Passendes zum Anziehen …

Yoga von klein auf = Mini Yogini

Dann versuche ich, nachmittags oder gegen Abend Yoga zu praktizieren. Da mein Lieblingsmädchen schon von klein auf beim Yoga mitmacht, frage ich sie jedes Mal, ob sie wieder Lust hat, dabei zu sein. Wir haben sogar noch Fotos von ihr, auf denen sie ein Jahr alt ist und einen – wie ich finde – perfekten Hund (mit dem Gesicht nach unten) übt. Aber vielleicht ist das auch einfach nur der Mama-Stolz. 😉 Fast immer macht sie dann mit und holt begeistert unsere beiden Yogamatten herbei.

Früher hatte ich nur die pinke Matte, aber das damals noch kleine Babymädchen hat die Matte immer besetzt und ich musste den Teppich als Untergrund verwenden. Daher gibt es nun seit geraumer Zeit die zweite Matte: rosa mit schönem Ornament-Muster.

Wenn alles aufgebaut ist und wir auch Blöcke, Gurte und Sitzkissen geholt haben, geht es dann los. Wir überlegen zusammen, was wir machen wollen. Es gibt einige Yoga-Arten, die von vorne herein rausfallen. Ich liebe ja Yin Yoga, aber mein Lieblingsmädchen langweilt sich bei den lang gehaltenen Stellungen sehr. Ihr Favorit sind die kürzeren Programme von Ursula Karven (Yoga every day). Ich finde die kurzen Sequenzen auch gut. Sie behandeln jeden Tag ein anderes Thema, z. B. Vorbeugen, Umkehr- oder Drehhaltungen und ich habe das Gefühl, dass sie mich auf die Dauer tatsächlich fitter und beweglicher machen.  „Mama, ich will das da!“ – OK, dann kann’s ja losgehen.

Yoga mit (lustigen) Hindernissen

Wer nun glaubt, dass danach einfach die jeweiligen Yogapositionen durchgeturnt werden, täuscht sich. Wir sind tatsächlich immer in Bewegung – und für Yoga sehr untypisch: im Gespräch. Wobei der Redeanteil bei 90 % Lieblingsmädchen und 10 % Mama liegt.

Das läuft in etwa so ab: Wir beginnen im Schneidersitz und bewegen beide Arme seitlich nach oben und wieder zurück. „Mama, mir ist zu warm“. „Hmmm.“ Arme nach oben. Einatmen. Arme nach unten. Ausatmen. „Ich glaube, ich ziehe die Socken aus.“ „Hmmm“. Gewurschtel an meiner Seite. Arme nach oben. Einatmen. „Mama, Deine Arme sind viel länger als meine“. „Hmm“. „Mama, mach ich das richtig?“ „Hmm.“ Und neue Position: Der Hund.

Fairerweise muss ich sagen, dass mein Lieblingsmädchen zwischendurch auch immer wieder schöne lange Phasen hat, in denen sie einfach ruhig und konzentriert übt. Und das sieht dann richtig gut aus! Wie eine kleine Profi-Yogini. Und viele, viele Positionen kann sie durch ihre Beweglichkeit viel besser umsetzen als ich. Was sie natürlich – typisch Kind – nicht unkommentiert lässt. „Mama, warum legst Du Deinen Oberkörper nicht ganz auf dem Boden ab, so wie ich?“ In diesem Fall passt dann auch das „Hmm.“ nicht mehr. „Geht leider nicht.“

Was wir von Kindern lernen können, ist die Flexibilität. Und ich meine nicht die körperliche, sondern die geistige. Gefällt ihr eine Position nicht, sucht sie sich eine andere aus, die ihr passender erscheint. Sie macht „dann mal den Hund, Mama, Du auch?“. Wobei ich – wie wahrscheinlich die meisten Erwachsenen – meist bei den vorgegebenen Routinen bleibe. Vielleicht ist es aber tatsächlich sinniger, einmal etwas anderes auszuprobieren? Und ist es nicht das, was Yoga auch lehrt: Immer auf seinen Körper zu hören und die Positionen so auszuführen, wie sie für uns gut sind? Meine schlaue kleine Yogini.

Wir turnen uns nach und nach durch unser Programm und haben eine Menge Spaß dabei. Es ist schön, Yoga mit jemanden zu üben, der einem so nahe steht und den man so gern hat. Wir lächeln uns an und müssen lachen, wenn einmal etwas nicht so gut klappt (z. B. bei den Balancehaltungen). Wir bemerken, dass viele Yogastellungen bei Kindern ganz anders aussehen als bei Erwachsenen. Und je nachdem, was wir machen, können wir uns sogar einmal an den Händen halten.

Yoga verbindet und entspannt uns.

Was dann aber doch nicht gut funktioniert mit Kind, ist die Endentspannung, das Savasana. Ich glaube, die wäre für mein Lieblingsmädchen zu langweilig und für mich eher unentspannt, da ich dafür tatsächlich meine Ruhe benötige. Doch stattdessen haben wir eine neue Endentspannung für uns beide gefunden: den Mama-Kind-Yogakuschler. Der folgt jedes Mal auf unsere Yoga-Sessions und ist soooo gemütlich!

Macht Ihr auch Yoga oder andere Sportarten mit Euren Kindern? Was ist daran anders als sonst? Und was gefällt Euch besonders gut?

Ich freue mich über Eure Kommentare.

Liebe Grüße und Namasté, Katja & Mini Yogini

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